Kultur für daheim – die Zweite

Kino, Konzerte und Theater bleiben zu. Wen es nach Kultur dürstet, der hat noch eine Strecke vor sich. Das Kulturforum München-West will ein bisschen Hilfe anbieten – mit Ihrer Hilfe. Schlagen Sie vor, wie man sich Kultur nach Hause holen oder in der Nähe finden kann und geben  Sie Ihren Tipp ab. Schicken Sie Ihre Empfehlungen an Monika Putschögl. Sie werden dann per e-mail an die Mitglieder verschickt, hier auf der Homepage veröffentlicht und auch auf unserem Facebook-Auftritt.
Die aktuellen Tipps vom  15.12.2020 kommen hier:

  • Zwei Erinnerungen in einem Clip und doch etwas Neues: Susanne Gargerle hatte im Januar und Februar fürs Kulturforum München-West gespielt und das Stück, das sie hier präsentiert, kennen Sie vielleicht vom Konzert im Hof von Schloss Blutenburg. Kommentar unseres Mitglieds: ein wunderschönes Video, traumhaft gespielt, das Anhören lohnt sich!
    https://www.facebook.com/susanne.gargerle/videos/1446936038840836
  • Kunst für daheim fördern die Galerien und das Bezirksmuseum Dachau mit einer Aktion für Kinder. „Nimm Altes, mach Neues“ heißt das Motto, geliefert wird eine Box, die zehn Bastelvorschläge (mit Anleitungen) und verschiedene Materialien enthält, aus denen sich zum Beispiel witzige Tiere basteln lassen. Die recycelten Gegenstände, aus denen Neues entstehen soll, muss man allerdings selbst besorgen. Die Bastelbox kostet € 13,00, unter verwaltung@dachauer-galerien-museen.de oder 08131/5675-13 können Bestellung und Abholtermin vereinbart werden.
  • Diese Herrschaften dürfen Sie treffen: Ramses, Neje und Mutnofret, Amun und Bekenchons – digital im Ägyptischen Museum in München, einfach mal schauen unter https://smaek.de/smaek-digital – zum Beispiel auf den Adventskalender

Wir wünschen gute Unterhaltung, machen jetzt eine kleine Pause und dann geht es eventuell im Januar weiter.


Die Tipps unserer Mitglieder vom 7.12.2020:

  • Guten Gewissens weiterempfehlen, kann eines unserer Mitglieder das Buch Annette, ein Heldinnen-Epos der diesjährigen Trägerin des Deutschen Buchpreises Anne Weber (erschienen bei Mathes&Seitz, Berlin 2020, 208 Seiten, 22,- €). Die Geschichte einer Frau, die im Widerstand und in Hilfeleistung ihren Lebenssinn sah. „Gut ist daran vor allem die Sprache, in der erzählt wird. Fast in Versen, ungereimt, aber in einem solchen Gedanken- und Redefluss, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Dabei einfallsreich in den Satzformen, Ideen und Rhythmen. Bitte beim Buchhändler Ihres Vertrauens kaufen oder bestellen.“
  • Daniel Hope spielt mit Gästen gegen die dunkle Jahreszeit an und macht mit seiner Musik Hoffnung auf bessere Tage. Die Sendung steht unter dem Motto „Next Generation“ – Daniel Hope will mit den Konzerten besonders junge, selbstständige Künstler fördern, so erläutert der Sender Arte die Serie „Hope@Home“. Noch bis Ende Februar sind die Videos zum Beispiel unter www.arte.tv/de/videos/RC-020311/hope-home-next-generation aufzurufen, bei denen der Stargeiger mit unterschiedlichen Musikern und deren unterschiedlichen Instrumenten Werke der unterschiedlichsten Komponisten präsentiert. Ein kleines Konzert daheim. Zu jeder Zeit.
  • Entdecken Sie den Landschaftspark in der Blumenau!
    Westlich der Willibaldstraße liegt ein riesiges Gebiet zwischen dem Wald des Lochhamer Schlags im Südwesten und der Agnes-Bernauer-Straße im Norden. Es ist ein Gemisch aus Streuobstwiesen und Äckern, einer Baumschule und kleinen Waldstückchen. Ein guter Einstieg ist die Weinbergerstraße, gegenüber den „Krautgärten“ gibt es Parkmöglichkeiten. Vor einem Vierteljahrhundert hat der Stadtrat das ländlich anmutende Gebiet zum Landschaftspark erklärt, jetzt ist es im Gespräch, weil eventuell Teile davon bebaut werden sollen. Weitere Infos zur Bürgerinitiative findet man unter www.landschaftspark-west.de

Gute Unterhaltung und wir sind neugierig auf Ihre Tipps (die dann auch auf unserer Internet- und unserer Facebookseite veröffentlicht werden). Bis nächste Woche.


Die Tipps vom 22.11.2020. Diesmal geht es – wie sichs für Quarantäne ziemt – um Bücher!

  • Als geeignete, gut lesbare Lektüre für den gegenwärtigen Lockdown empfiehlt eines unserer Mitglieder Robinsons Tochter von Jane Gardam (aus dem Englischen von Isabel Bogdan, 2020 bei Hanser erschienen, 24 €, „Über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt“ )
  • Ein Tipp für alle, die momentan unter den Reisebeschränkungen leiden: Mit 18 Jahren fasste Patrick Leigh Fermor den Entschluss, England, Schule und Familie zu verlassen und zu einer Fußwanderung von Hoek van Holland nach Konstantinopel aufzubrechen. Es ist das Jahr vor Hitlers Machtergreifung, und er beschreibt das alte Europa, kurz vor dem Untergang. Er taucht in die Länder Südosteuropas ein, und schildert seine Begegnungen und Erlebnisse mit großer Frische und Neugier. Liest man einen Band, kann man nicht aufhören, bevor man den dritten beendet hat, schreibt unser Mitglied. Alle erschienen bei Fischer Taschenbuch
    Die Zeit der Gaben. Von Hoek van Holland an die mittlere Donau.
    Zwischen Wäldern und Wasser. Von der mittleren Donau zum Eisernen Tor.
    Die unterbrochene Reise. Vom Eisernen Tor bis zum Berg Athos.
  • Zum Online-Stöbern bestens geeignet und dabei kann man – ob Literatur, Theater, visuelle Kunst – allerhand entdecken: Das Kulturportal Bayern der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Ansbach bietet Einblicke in die kulturelle Vielfalt Bayerns: www.kulturportal-bayern.de

Die Tipps vom 17.11.2020:

  • Wenigstens viele Kirchen sind geöffnet und da gibt es in München und Umgebung wahre Kunstschätze. Neu dazugekommen ist die im vergangenen Jahr eingeweihte Pfarrkirche Seliger Pater Rupert Mayer in Poing (Gebr.-Asam-Str. 2a, 85586 Poing, 350 Meter zur S-Bahn) des renommierten Münchner Büros „meck architekten“. Der moderne Kirchenbau ist allein durch seine Fassade mit 15 000 weißen Keramikkacheln und seiner Höhe von rund 34 Metern weithin sichtbar und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Aufgrund ihrer auffälligen Form wird die Kirche auch „Sprungschanze Gottes“ genannt. Gerade wurde sie mit dem International Prize for Sacred Architecture Fondazione Frate Sole der italienischen Frate-Sole-Stiftung ausgezeichnet. Dieser Preis gilt als weltweit höchste Auszeichnung für sakrale Architektur (www.katholisch.de/artikel/20815-kirchenneubau-in-poing-mit-architekturpreis-ausgezeichnet ).
    Wenn Sie diese Kirche erkundet haben, können Sie ein paar Schritte weiter durch den Bergfeldpark zur Evangelischen Christuskirche (eingeweiht 2001) gehen. Die Grundform der Kirche besteht aus Oktogonen. Die wunderschönen großen Kirchenfenster stammen von dem Künstler Bernhard Huber aus Stuttgart.
    Beide Kirchen sind ganztägig geöffnet bis ca. 17 Uhr
  • Velma Wallis „Zwei alte Frauen“. Eine Legende von Verrat und Tapferkeit (Piper Verlag, 2004, 128 S., 10€)
    Das Buch erzählt die Geschichte von zwei alten Frauen, die in der Not von ihrem Nomadenstamm in der Wildnis zurückgelassen werden. „Ich bin begeistert wie Menschen über sich hinaus wachsen können“, begründet unser Mitglied die Empfehlung und findet „ein außergewöhnliches Buch, das auch in die Zeit passt“
  • Ist der Vorhang wirklich gefallen, die Bühne leer? In der Marionettenbühne Kleines Spiel (www.kleinesspiel.de), die seit über 70 Jahren Figurentheater für Erwachsene spielt, tragen Macbeth und Lady Macbeth Mundschutz und erleben ein Comeback als Markus Söder und Ilse Aigner. Aufstieg und Fall sind zu sehen auf dem YouTube Kanal des Theaters
    https://www.youtube.com/watch?v=M7QF1r7rjTo&list=PLkQXQxlBVGSyOy3_0aZcuOHHTjE2VIqeI

11.11.2020. Die ersten Tipps der Mitglieder des Kulturforum München-West.

  •  Ein Hingucker, der in die Beine geht. Unter https://drive.google.com/file/d/1ddfFq351xhGRGK9_ZiC2AJPr5KKnkRyv/view?usp=drive_web gibt’s nicht nur was zum Lachen, da will man auch gleich mitmachen.
  •  Wer’s noch nicht gelesen hat: Eines unserer Mitglieder empfiehlt den Bestseller von Didier Eribon „Rückkehr nach Reims (edition suhrkamp, 2016, 240 S., 18.- € oder gebraucht)
    „Rückkehr nach Reims beschreibt die Ratlosigkeit der liberalen, großstädtischen Milieus im Umgang mit der rückständigen, abgehängten, rechts wählenden Provinz. Hellsichtig und düster, wütend und brillant“ urteilte DER SPIEGEL
  •  Der Wochenendspaziergang von Atelier zu Atelier gehört in Menzing schon seit vielen Jahren zum Novemberprogramm. In diesem besonderen Jahr ist alles anders: Bei den 23. Menzinger Ateliertagen tritt man nicht in des Künstlers Werkstatt, um sich Bilder anzuschauen, sondern klickt auf www.ateliertagemenzing.de – und bekommt einiges zu sehen. Einfach nur so durch Menzing zu spazieren, lohnt sich übrigens auch

Für erste Woche im November schon einmal zwei Anregungen aus dem  Vorstand:

  • Ausflug zur Eisenkapelle beim Lußsee in der Kreuzkapellen-/Ecke Goteboldstraße. Sie wurde von Sebastian Weiss aus Eisenschrott zusammen geschweißt und verschraubt und ist ebenso sehenswert wie ausgefallen. Man kann das Auto am Parkplatz an der Goteboldstraße abstellen und dem Bachlauf etwa einen Kilometer folgen. Oder – noch besser – man kommt per Rad.
  • Eine wunderbare Mischung aus barocker Musik à la turca und höfischer Musik der Osmanen in etwa aus der gleichen Zeit bietet die CD Café, Orient meets Occident mit Valer Barna-Sabadus (Countertenor) und dem Pera Ensemble. Als CD erschienen 2012 bei Berlin Classics oder über Spotify. Das Pera Ensemble besteht aus türkischen und klassischen Musikern und arbeitet mit vielen Musikern aus der Szene der historischen Aufführungspraxis zusammen. Der besondere Klang ergibt sich daraus, dass sie europäische Musik mit türkischen Instrumenten spielen bzw. umgekehrt. Einen  Vorgeschmack nicht nur für Skeptiker gibt’s auf der Website www.pera-ensemble.com