Filmabend mit Wolf Gaudlitz

Mittwoch, 5. April 2017 um 19.30 Uhr im Ebenböckhaus: „fern der Heimat und wie neugeboren“,   2 preisgekrönte Filme von Wolf Gaudlitz.  Der Autor und einige der Protagonisten sind anwesend. Anmeldung erbeten unter kulturforum.muenchen-west@web.de. Eintritt 8 Euro, für Mitglieder 5 Euro, jeweils incl. 7% MWSt.

„Fern der Heimat und wie neugeboren“

Die beiden Filme thematisieren mit unterschiedlichem Akzent Migration: das Verlassen der Heimat, den Neuanfang in der Fremde, Erinnerungen und Zuversicht. Der Filmautor Wolf Gaudlitz sowie einige der Protagonisten sind anwesend.

Gaudlitz ist ausgebildeter Schauspieler und Pantomime, Autorenfilmer, Fotograf, Journalist, BR-Autor, Weltreisender und mehrfach international ausgezeichneter Künstler. Er lebt nicht nur in München, sondern „verzieht“ sich auch nach Lissabon, in die algerische Sahara und immer wieder nach Palermo. An diesen Orten sind dem Filmemacher wertvolle Arbeiten gelungen, seine Filme „Taxi Lisboa“ (1996), „Palermo flüstert“ (2001) und „Sahara Salaam“ (2014) genießen Kultstatus und laufen auch heute noch in ausgewählten Programmkinos.

Sjecam se – Amacord

Wie die Deutsche Film- und Medienbewertung meint, ist ihm mit dem Film „Sjecam se – Amacord“, was „Ich erinnere mich“ bedeutet, ein „vielseitig stimulierender und im besten Sinne ein fellinesker Künstlerfilm gelungen, der durch ausdrucksstarke Bildkompositionen und seinen charismatischen Protagonisten durchweg überzeugt und dabei den Begriff des alten, analogen Kinos neu aufleben lässt“.

Der als besonders wertvoll deklarierte Kurzfilm aus dem letzten Jahr zeigt den Maler Milan Mihajlović, der seit 45 Jahren in Deutschland lebt. Er entstammt einem entlegenen Bergdorf im Südosten Bosniens. Dorthin kehrt er zurück und begegnet behutsam und kreativ den Erinnerungen, die er als Maler direkt umsetzt. Er malt ein Bild, so groß wie eine Kinoleinwand, ein wehendes Segel, das gen Himmel fliegt. Sehnsüchte sind nicht surreal. „Jedes Bild, das eine Seele hat, kann Flügel bekommen!“ sagt der Maler.

Jetzt – nicht irgendwann

„Jetzt – nicht irgendwann“, der zweite Film des Abends, dokumentiert ein bayernweit einmaliges Experiment an einer Mittelschule in München. Dort wurde im Schuljahr 2011/2012 eine altersgemischte ABC-Klasse für Flüchtlingskinder eingerichtet, die mangels Deutschkenntnissen dem Unterricht in Regelklassen noch nicht gewachsen waren. Der Dokumentarfilm zeigt in einer eindrucksvollen Momentaufnahme, was für große und z. T. sehr selbstbewusste Persönlichkeiten hier heranwachsen. Er hat den Lichterkettenpreis der LH München dafür bekommen.

Veranstaltungsort ist Ebenböckstraße 11. Eine verbindliche Anmeldung unter kulturforum.muenchen-west@web.de ist wegen begrenzter Plätze unbedingt erforderlich. Eintritt 8 Euro,  für Mitglieder im Kulturforum München-West 5 Euro incl. 7% MWSt.